Bienenwachskerzen selber machen

Gegossene Kerzen im Glas. Bienenwachs hat einen höheren Schmelzpunkt als Soja- und Paraffinwachs und verlangt dafür eine höhere Gießtemperatur. Unsere Baumwolldochte sind auch mit Bienenwachs getestet.

Nicht vegan

Benötigte Zeit

30 Minuten · 24 Stunden aushärten

Einsteiger

Bienenwachs ist das älteste Kerzenmaterial und bis heute das aufwendigste in der Verarbeitung. Es schmilzt bei 61 bis 65 Grad und wird deutlich heißer gegossen als Sojawachs - wer es zu kühl vergießt, bekommt Risse in der Oberfläche.

Dafür brennt es langsam ab: rund 4,3 Gramm je Stunde bei einem richtig gedochteten Brenner. Eine Kerze im 200-ml-Glas kommt damit auf etwa 40 Stunden.

Den Docht musst du dafür nicht wechseln: unsere Baumwolldochte sind auch mit Bienenwachs getestet. Was dieses Projekt von einer Sojakerze unterscheidet, ist der zweite Guss. Er gehört zum Rezept, nicht zur Reparatur: das Wachs zieht sich beim Erkalten zusammen und hinterlässt eine Mulde um den Docht.

Bienenwachskerzen selber machen

Was du erhältst

Ergebnis

Kerzen im Glas mit ebener Oberfläche und mittigem Docht

Wachsbedarf

180 g je 200-ml-Glas - Fassungsvermögen mal 0,9

Brenndauer

rund 40 Stunden je 200-ml-Kerze

Aktive Zeit

30 Minuten, danach 24 Stunden aushärten

Aus einer Packung

900 g ergeben fünf Kerzen à 200 ml

Was du brauchst

Material

wird verbraucht

Bienenwachs Pastillen

900 g

Ergibt fünf Kerzen à 200 ml

Baumwolldocht

1 je Kerze · Auch mit Bienenwachs getestet

Demnächst verfügbar Benachrichtige mich

Dochthalter

1 je Kerze · Hält den Docht beim Gießen mittig

Nicht im Shop

Glasbehälter

1 je Kerze · Hitzebeständig, 120 bis 300 ml

Nicht im Shop

Zubehör

hast du meist schon in der Küche
  • ThermometerDigital, für 75 bis 80 Grad
  • Topf für das WasserbadNie direkt auf der Herdplatte schmelzen
  • HolzspießZum Einstechen vor dem zweiten Guss

Gut zu wissen

Was du lernst

Du lernst die drei Temperaturen, auf die es bei Bienenwachs ankommt: den Schmelzpunkt, die Gießtemperatur und die Obergrenze, ab der das Wachs nachdunkelt. Dazu, warum ein Docht mittig sitzen muss, wie du die Mulde um den Docht sauber auffüllst, und warum die erste Brennzeit über die gesamte Lebensdauer der Kerze entscheidet.

Für wen ist dieses Projekt?

Für alle, die eine Kerze aus einem einzigen Rohstoff wollen - ohne Duftöl, ohne Farbe, ohne Zusätze. Du brauchst ein Thermometer, einen Topf für das Wasserbad und einen Nachmittag Geduld: 30 Minuten Arbeit, 24 Stunden Aushärten.

Was Woodflame anders macht

Pastillen statt Block: das Wachs schmilzt im Wasserbad gleichmäßig und lässt sich für jedes Glas grammgenau abwiegen. Unser Bienenwachs ist kosmetikgeprüft, auf Reinheit getestet und frei von Zusatzstoffen.

Das Ergebnis

Eine Kerze mit ebener Oberfläche, mittigem Docht und klarem Glas. Rechnerisch verbrennt sie rund 4,3 g Wachs je Stunde - eine 200-ml-Kerze mit 180 g brennt also rund 40 Stunden.

So startest du

Die Mengenrechnung funktioniert für jedes Gefäß: Fassungsvermögen in Millilitern mal 0,9 ergibt das Wachsgewicht in Gramm. Dann im Wasserbad schmelzen, bei 75 Grad gießen, nach zwei bis drei Stunden bei 75 bis 80 Grad nachgießen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

7 Schritte - jeder mit Bild, damit du siehst, wie es aussehen soll.

  1. Glas vorbereiten

    Schritt 1 von 7

    Glas vorbereiten

    Sauber, trocken und vorgewärmt: kurz vor dem Gießen bei 50 bis 60 Grad in den Backofen stellen und mit einem Topflappen herausnehmen. Ein kaltes Glas lässt das Wachs an der Wand zu schnell erstarren - das ergibt milchige Schlieren zwischen Wachs und Glas, die sich später nicht mehr beheben lassen. Vorgewärmt ist auch der Temperatursprung kleiner, wenn das heiße Wachs auf das Glas trifft.

  2. Docht mittig fixieren

    Schritt 2 von 7

    Docht mittig fixieren

    Den Docht in einen Dochthalter setzen oder zwischen zwei Holzstäbchen über dem Glasrand klemmen. Er muss wirklich mittig und senkrecht stehen: ein schiefer Docht brennt einseitig ab, und daran ist später nichts mehr zu retten.

  3. Wachs abwiegen

    Schritt 3 von 7

    Wachs abwiegen

    Fassungsvermögen des Glases in Millilitern mal 0,9 ergibt das Gewicht in Gramm: 110 g für 120 ml, 180 g für 200 ml, 270 g für 300 ml. Das ist die GESAMTE Menge je Kerze - du gießt davon gleich rund 90 Prozent, der Rest bleibt in der Kanne für den zweiten Guss. Eine 900-g-Packung reicht damit für fünf Kerzen im 200-ml-Glas.

  4. Im Wasserbad schmelzen

    Schritt 4 von 7

    Im Wasserbad schmelzen

    Den Behälter mit dem Wachs in einen Topf mit heißem Wasser stellen, nie direkt auf die Herdplatte. Bienenwachs ist bei 65 Grad vollständig flüssig. Direkte Hitze überhitzt das Wachs stellenweise und kann es entzünden.

  5. Auf 75 Grad bringen und gießen

    Schritt 5 von 7

    Auf 75 Grad bringen und gießen

    Das Thermometer im Wachs lassen und die Temperatur genau treffen: zu kühl gegossen reißt die Oberfläche beim Erkalten, zu heiß dauert das Aushärten länger und zieht stärker ein. Dann langsam an der Glaswand entlang gießen, nicht auf den Docht - so bleiben keine Luftblasen zurück. Gieße nur rund 90 Prozent aus; der Rest bleibt für den zweiten Guss in der Kanne.

  6. Nach zwei bis drei Stunden nachgießen

    Schritt 6 von 7

    Nach zwei bis drei Stunden nachgießen

    Um den Docht herum sind jetzt Vertiefungen entstanden. Das ist kein Fehler, sondern Physik: Wachs zieht sich beim Erkalten zusammen. Mit einem Holzspieß ein bis zwei Zentimeter tief einstechen, dann restliches Wachs wieder auf 75 bis 80 Grad erhitzen - so warm wie beim ersten Guss oder wenige Grad darüber - und bis zur ebenen Oberfläche auffüllen. Über 85 Grad dunkelt Bienenwachs nach und verliert seinen Duft.

  7. 24 Stunden aushärten, dann Docht kürzen

    Schritt 7 von 7

    24 Stunden aushärten, dann Docht kürzen

    Den Docht auf 5 bis 8 Millimeter kürzen. Die erste Brennzeit sollte zwei bis drei Stunden betragen, damit der Schmelzrand einmal bis zur Glaswand reicht. Geschieht das nicht, brennt die Kerze für den Rest ihres Lebens einen Tunnel in die Mitte und lässt das Wachs am Rand stehen.

Varianten & Anpassungen

Probierkerze im 120-ml-Glas - 110 g Wachs

Rund 25 Stunden Brenndauer. Die richtige Größe für den ersten Guss: wenig Wachs im Spiel, und die Dochtstärke lässt sich am kleinen Glas am schnellsten beurteilen.

Standardkerze im 200-ml-Glas - 180 g Wachs

Rund 40 Stunden Brenndauer. Das Maß für Regal und Fensterbank. Aus einer 900-g-Packung werden fünf davon.

Große Kerze im 300-ml-Glas - 270 g Wachs

Rund 60 Stunden Brenndauer. Unsere Baumwolldochte sind für Gläser bis 8 cm Durchmesser ausgelegt. Ist dein Glas breiter, setze zwei Dochte, damit der Schmelzrand die Glaswand erreicht - sonst brennt die Kerze einen Tunnel.

Jedes andere Glas

Fassungsvermögen in Millilitern mal 0,9 ergibt das Wachsgewicht in Gramm; das Gewicht geteilt durch 4,3 ergibt die Brenndauer in Stunden. Von diesem Gewicht rund zehn Prozent nicht mitgießen, sondern für den zweiten Guss zurückbehalten.

Profi-Tipps

Warum 75 Grad - und warum das mehr ist als bei anderen Wachsen

Warum 75 Grad - und warum das mehr ist als bei anderen Wachsen

Bienenwachs schmilzt erst bei 61 bis 65 Grad und braucht zum Gießen rund zehn Grad Vorlauf. Sojawachs wird schon bei 60 bis 65 Grad vergossen. Wer beides gemacht hat, gießt Bienenwachs aus Gewohnheit zu kühl - und bekommt Risse. Das Thermometer entscheidet, nicht das Gefühl.

Das erste Brennen zeigt, ob der Docht passt

Das erste Brennen zeigt, ob der Docht passt

Unsere Baumwolldochte sind auch mit Bienenwachs getestet. Ob er zu deinem Glas passt, siehst du beim ersten Brennen: nach zwei bis drei Stunden sollte der Schmelzrand die Glaswand erreichen. Bleibt ringsum ein fester Rand stehen, ist das Glas für diesen Docht zu breit.

Die Brenndauer ist zugleich eine Probe

Die Brenndauer ist zugleich eine Probe

Rechnerisch verbraucht eine richtig gedochtete Kerze rund 4,3 Gramm Wachs je Stunde. Brennt deine erste Kerze deutlich kürzer als erwartet, ist der Docht zu dick - dann rußt sie meist auch.

Ruß kommt vom Docht, nicht vom Wachs

Ruß kommt vom Docht, nicht vom Wachs

Wenn die Kerze rußt, ist der Docht meist zu lang. Vor jedem Anzünden auf 5 bis 8 Millimeter kürzen.

Rund zehn Prozent des Wachses zurückbehalten

Rund zehn Prozent des Wachses zurückbehalten

Der zweite Guss braucht Wachs - und zwar aus derselben Charge. Gieße deshalb nicht alles auf einmal aus: bei einem 200-ml-Glas bleiben von den 180 g rund 18 g in der Kanne. Dass dieser Rest dort erstarrt, ist kein Problem; für den zweiten Guss stellst du die Kanne einfach zurück ins Wasserbad und erhitzt ihn auf 75 bis 80 Grad. So musst du nichts nachkaufen, nichts neu abwiegen, und Farbe und Oberfläche passen zusammen.

Geschenk- & Verpackungsideen

Kerzen-Trio aus einer Charge

Kerzen-Trio aus einer Charge

Drei Kerzen aus derselben Wachscharge im gleichen Glas: Farbe und Oberfläche stimmen überein, und das Trio wirkt wie aus einer Hand.

Etikett mit Gießdatum

Etikett mit Gießdatum

Auf ein kleines Etikett gehören Gießdatum, Wachsgewicht und die Regel für die erste Brennzeit: zwei bis drei Stunden am Stück, bis der Schmelzrand die Glaswand erreicht.

Im Bienenwachstuch verpackt

Im Bienenwachstuch verpackt

Die Kerze in ein Bienenwachstuch wickeln statt in Papier. Das Tuch ist das zweite Geschenk und passt zum Rohstoff.

Gieß-Set als Geschenk

Gieß-Set als Geschenk

180 g abgewogene Pastillen, ein Docht mit Halter und ein leeres 200-ml-Glas, dazu diese Anleitung ausgedruckt. Das Selbermachen ist das Geschenk.

Häufig gestellte Fragen

Fassungsvermögen des Glases in Millilitern mal 0,9 ergibt das Gewicht in Gramm. Ein 200-ml-Glas braucht also 180 g. Eine 900-g-Packung ergibt fünf solche Kerzen.
Bei 75 Grad, mit dem Thermometer im Wachs gemessen. Zu kühl gegossen reißt die Oberfläche beim Erkalten, zu heiß zieht das Wachs beim Aushärten stärker ein und die Mulde um den Docht wird größer.
Eine richtig gedochtete Kerze verbraucht rund 4,3 Gramm je Stunde. Daraus ergeben sich etwa 25 Stunden für ein 120-ml-Glas, 40 Stunden für 200 ml und 60 Stunden für 300 ml. Ein zu starker Docht verkürzt die Brenndauer.
Weil sich Wachs beim Erkalten zusammenzieht. Das passiert bei jedem Wachs und ist kein Fehler. Der zweite Guss gehört deshalb zum Rezept: nach zwei bis drei Stunden einstechen und mit 75 bis 80 Grad heißem Wachs auffüllen.
Unsere Baumwolldochte - sie sind auch mit Bienenwachs getestet. Entscheidend ist der Durchmesser des Glases: reicht der Schmelzrand beim ersten Brennen bis zur Glaswand, passt der Docht.
Weil die erste Brennzeit zu kurz war. Der Schmelzrand muss beim ersten Mal einmal bis zur Glaswand reichen, sonst merkt sich die Kerze diesen Durchmesser. Zwei bis drei Stunden beim ersten Anzünden einplanen.
Nein. Immer im Wasserbad. Direkte Hitze überhitzt das Wachs stellenweise, es raucht und kann sich entzünden.
Bienenwachs hat einen eigenen, deutlichen Honigduft, der sich mit Duftölen selten gut verträgt. Wer duften möchte, fährt mit Sojawachs besser - dafür gibt es ein eigenes Projekt.

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